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Kurzbericht

2012-02-10



Bild: christoph-stephan.de



Start zum Volksskilauf

Rad und Skier getauscht

An der Trans Andes nahm auch Christoph Stephan, Biathlon-Weltcupsieger und Vizeweltmeister, teil. Er wollte einfach mal die Skier mit dem Mountainbike tauschen. Dank der Tipps, die er von Stefan und den anderen deutschen Teilnehmern erhielt, ging das auch ganz gut. Christoph wird im Gegenzug sein Wissen an Stefan weitergeben und ihn in die Geheimnisse des Ski-Langlaufs einweihen. Stefan hat schon eine Woche nach der Trans Andes sein Sportwerkzeug getauscht und am Kandersteger Volksskilauf, einem 21 km langen Halbmarathon, teilgenommen. Im letzten Jahr hatte er es von ganz hinten startend immerhin geschafft, in diesem Jahr in den ersten Startblock vorzurücken. Die Läufer legen üblicherweise ihre Skier in Reihen ab, um ihren Startplatz zu reservieren. Stefan: „Als ich ankam waren erst zwei Reihen belegt. Prima dachte ich, dann kann ich aus der dritten Reihe starten. Allerdings hat sich bald herausgestellt, dass das die letzte Reihe war. Ging aber trotzdem gut, auch wenn überholen auf der Strecke ziemlich mühselig war.“ Wegen der eisigen -20 °C haben es die Zuschauer und Fotografen vorgezogen, in die nahe liegenden Cafés zu flüchten. Stefan ist mit seiner Gesamtwertung als 60. und seiner Einzelwertung in seiner Klasse als 18. zufrieden. „Nächstes Jahr geht es wieder an den Start und mit Christophs Tipps vielleicht noch besser“.
Zur Zeit trainiert Stefan bei unter -10 °C auf der Schwäbischen Alb. „Das ist schon grenzwertig, nicht nur für den Körper, sondern auch für das Material. Die Reifen sind hart wie Holz, das Öl in der Federgabel ist so zähflüssig, dass man genau so gut mit einer Starrgabel fahren könnte und die Bremsscheiben überziehen sich sofort mit einer Eisschicht. Ganz zu schweigen von der gefrosteten Trinkflasche. Aber Spaß macht es mit dem MTB im Schnee schon.“
In wenigen Tagen geht es dann wieder ins sommerliche Südafrika.

Kurzbericht

2012-01-29




Bildergalerie

Trans Andes Challenge 2012

Diesmal ging es auf eine weite Reise ins chilenische Patagonien. Vom 2012-01-23 bis zum 2012-01-28 fand dort die vierte Trans Andes Challenge statt. Das Etappenrennen für Zweierteams und Einzelfahrer ging über 6 Etappen von der Stadt Panguipulli (Region de los Rios) aus nach Pućon (Region de las Araucania), beides lokale touristische Zentren. 192 Fahrerinnen und Fahrer aus 24 Ländern aus Nordamerika, Europa, Südafrika und natürlich Südamerika haben an dem Rennen teilgenommen.

Das Gebiet umfasst viele schöne Wälder, herrliche kristallklare Seen die zum Baden einladen und fischreiche Flüsse. In der Gegend gibt es viele Vulkane, darunter der noch aktive Vulkan Villarrica, der immer eine kleine Rauchfahne ausstößt. Das Klima entspricht dem Deutschlands.
Stefan startete als Einzelfahrer unter weiteren 38. Da er ohne Teamunterstützung auskommen musste, hatte er sich vorsorglich ein 29-Zoll Bulls Tirone mit einem zwar schwereren aber stabilen Titanrahmen mitgenommen. Mit dem Rad gab es während des ganzen Rennens nicht einen einzigen Defekt.

Ich war schon etwas aufgeregt, wie ich im Rennen zurechtkommen würde. Im Training war alles in Ordnung, aber das ist natürlich etwas anderes“, so Stefan auf dem Flug nach Chile. Nach dem Sieg: „Von Etappe zu Etappe ging es immer besser. Der Test verlief für mich äußerst positiv.“


Sieger:

Open Men: Stefan Sahm (D)

Open Men Team: Saul Novoa/Hans Tapia (Cl)

Team 80+: Udo Bölts/Carsten Bresser (D)

Open Woman: Anja Dinter (D)

Trans Andes-Sieger im Ziel

Etappe #6. Termas de Menetúe – Pucón

Pünktlich um 6 Uhr klingelte der „natürliche Wecker“ im Zeltcamp. Krähenvögel vollführten ein ohrenbetäubendes Geschrei und Enten flogen laut schnatternd im Tiefflug über die Zelte. Die letzte Etappe der Trans Andes Challenge lag vor den Fahrern. Eine 50 km lange Strecke mit einem Berg, schönen Trails und einem Lavafeld auf dem Weg. Von der Landschaft sahen diesmal die Fahrer nicht viel. Zu Rennbeginn hatte es angefangen zu regnen. Erst am Nachmittag klarte es wieder auf.

Das chilenisch-argentinische Duo hatte Stefan ein Rennen angekündigt, bei dem sie die 20 min Rückstand zu den seit gestern führenden Lokalmatadoren aufholen wollten. Mit den gewieften Taktikern Udo Bölts, Carsten Bresser und Stefan wurde daraus aber nichts. Stefan erreichte nach 2:16 h als Gesamtsieger das Ziel.

Etappe #5. Termas de Menetúe - Termas de Menetúe

Zunächst sah es nach Schlechtwetter aus. Wenige Minuten nach dem Start begann sich aber die Sonne durchzusetzen und die Etappe wurde zur bisher schönsten Fahrt. Im Nationalpark mit seinem urtümlichen Wald ging es an Seen vorbei, durch Bäche und über eine lange Hängebrücke und urige Downhills mit knöcheltiefem Staub, der den Fahrern die Sicht raubte. Stefan und die anderen Führenden der Einzelwertung vereinbarten zusammen zu bleiben, was sie auch verwirklichten. Das führende Duo hatte etwas anderes vor und fuhr einen mehrminütigen Vorsprung heraus. Deren Tempo hielt aber im Downhill die Technik nicht stand, was einen 10 km-Fußmarsch zur Folge gehabt hätte. Einer der Fahrer nahm aber ein Auto und das Team kassierte eine Zeitstrafe von 1 Stunde. Stefan kam als Vierter mit den anderen Einzelfahrern an. Das Gesamtklassement hat sich nicht verändert.

Etappe #4. Termas de Conaripe – Termas de Menetúe

Zwei Drittel der TransAndes sind schon vorbei. Die Positionen an der Spitze scheinen gefestigt. Schnellster ist Stefan, dann kommt das Duo Püschel/Luciano und danach der amerikanische Einzelfahrer Jason Sager mit jeweils 15 Minuten Rückstand. Wieder kamen die vier Fahrer zusammen ins Ziel, wobei Stefan auf den Sprint verzichtete und Jason Sager den Vortritt ließ. Die heutige Etappe führte in den Nationalpark Villarica. Stefan: „Das war ein wunderschöner Wald mit uraltem Baumbestand und herrlichen Waldwegen.“ Unterwegs wurden alle Fahrer auf die falschen Fährte geführt. Irgendein Spaßvogel hatte die Markierungen verändert. Ab da gab es praktisch einen Neustart. Die übrige Strecke führte über Hauptstraßen, mal geschottert und staubig, mal auch stückweise geteert.


Im Augenblick befindet sich der Trupp im mehr oder weniger internetfreien Raum, sodass die Informationen spärlich weiter gegeben werden können.

Bild: Die Führenden in der Team- und der Einzelwertung

Etappe #3. Huilo Huilo – Termas de Conaripe

Das war wohl die schwerste Etappe. 78 km und 2500 Hm. Eine 20-minütige Laufpassage, staubige Downhills und Schotterstraßen wechselten sich ab. Dazu die Mittagshitze. Nach 4:13 Stunden erreichte Stefan als Erster das Ziel im Zeltcamp bei der Thermalquelle nahe von Conaripe. Stefan :“Unangenehm war die steile Laufpassage auf der Waldarbeiter mit Ochsengespannen Stämme abtransportierten. Aber der staubige Downhill war herrlich, vor allem weil ich da vorne keinen Staub schlucken musste.“

Etappe #2. Huilo Huilo – Huilo Huilo

Heute um 9:30 Uhr (13:30 deutsche Zeit) ging es auf die zweite Etappe. Der Himmel war ganz trübe und die Landschaft verschwand im Staub. Das war nicht schlechtes Wetter, sondern ein Vulkanausbruch in 17 km Entfernung.
Die Etappe war mit 50 km Länge alles andere als einfach, es waren 2300 Hm zu überwinden mit steilen Anstiegen, die auch Stefan zu Fuß zurücklegen musste. Wie gestern auch war eine 60 m breite Furt in knietiefem Wasser zu überqueren. Der Rennverlauf glich dem von gestern. Wieder setzten sich der Amerikaner Jason Sager, das chilenisch-argentinische Team mit dem Landesmeister Javier Püschel und Caraccioli Luciano sowie Stefan an die Spitze. Stefan und Sager erreichten praktisch zeitgleich das Ziel mit einem hauchdünnen Vorsprung von Jason Sager. Stefan: „Ich hatte schon noch Reserven, wollte sie aber nicht ausreizen.“ Und weiter „Die heutige Strecke hat uns allen sehr gefallen, schöne Singletrails durch eine herrliche Landschaft mit urtümlichem Wäldern und Gewässern.“



Etappe #1. Panguipulli - Huilo Huilo

Wir wollen dich heute auf dem Podium sehen“ war heute morgen der Wunsch der hier anwesenden Südafrikaner. Stefan hat ihnen den Wunsch dann auch erfüllt. Nach dem Start in Panguipulli um 10 Uhr ging es auf einer Asphaltstraße zunächst 10 km neutralisiert bis zur ersten Abzweigung auf eine Schotterstraße. Ab da schossen zwei Chilenen und ein Amerikaner mit vollem Tempo an die Spitze. Nur Stefan folgte ihnen. Die Vierergruppe fuhr dem Feld auf und davon bis 8 km vor dem Ziel. Da zog Stefan an und kam mit einem Vorsprung von ein paar Minuten als Erster ins Ziel. Zu allem Überfluss begann es danach zu regnen und ein Gewitter ging auf die übrigen Fahrer nieder. „Im Moment kann ich die Stärke meiner Konkurrenten noch nicht voll einschätzen“ meinte Stefan, „aber für mich war es erstmal ein erfolgreicher Test“.

Filmprojekt

2010-05-10



"Gipfelstürmer" jetzt erhältlich

Der Film über die Transalp mit Stefan und Karl Platt in den Hauptrollen kann ab sofort über die Homepage von manualmovies bestellt werden.